Im Paralleluniversum

Steiermark Kultur | FRANZ NIEGELHELL | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

AUSSTELLUNGEN Sind statische, gemalte Bilder in einer dynamischen Welt nicht absurd? Zwei Ausstellungen in Graz zeigen, dass dem nicht so ist. 

Im Grazer Künstlerhaus widmet sich die Schau "Über die Farbe und ihre Bedeutung in der Kunst" von Jörg Schlick der Wahrnehmbarkeit von Farbe. Schlick, zentrale Figur in der Grazer Kunstszene, nennt einen großen Werkblock "Pseudoisochromatische Tafeln zur Prüfung des Farbsinns". Über andere Arbeiten sind farbige Streifen gezogen. Pseudoisochromatische Tafeln sind Leseproben, die bei ärztlichen Sehüberprüfungen zur Farbfehlsichtigkeit verwendet werden. In einem von verschieden-farbigen und verschieden großen Punkten gebildeten Untergrund sind Zahlen enthalten, die auch aus solchen Punkten aufgebaut sind. Farbfehlsichtige verwechseln aber die Farben dieser Zahlen mit dem Untergrund. Sie sind für sie also abwesend, nicht erkennbar.

  Der Kunstkritiker John Berger hat einmal sinngemäß gesagt, dass Malerei ein Kampf gegen Abwesenheit sei.


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