Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 20/05 vom 18.05.2005

VERNADERN Der Steirer hat einen naturgegebenen Gerechtigkeitssinn und eine Mordsgeduld. Lange hält er still, aus Toleranz seinen Mitsteirern gegenüber. Aber dann gibt es einen Punkt, wo es nicht mehr OK sein kann und aus der Geduld eine Mordswut wird. Weil zum Beispiel der Rauch vom Feuer im Nachbargarten genau zur Liegewiese zieht. Obwohl gar nicht Ostern ist. Weil der Nachbar eigentlich arbeitslos ist und trotzdem jeden Tag um halb acht mit der Jause außer Haus geht. Weil in der Altpapiertonne jeden Tag die Bierdosen liegen. Ein Telefonat wirkt da oft Wunder. Das hat schon vor sechzig Jahren ganz gut funktioniert. Die höchste Steirerkunst liegt aber in der Vernaderung unliebsamer Mitstreiter, denen man selbst Vernaderung zum Vorwurf macht. Die Steirer-ÖVP steuert da gerade auf den Weltmeistertitel zu. Noch besser: die Vernaderung der Vernaderungsvernaderer. T. W.


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