"Der Pasolini des Weins"

Kultur | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

FILM In seinem Dokumentarfilm "Mondovino" zeigt der Regisseur und Sommelier Jonathan Nossiter, wie die regionale Identität und Vielseitigkeit des Weins von den Großen der Weinwirtschaft zerstört wird. Ein Gespräch über ein Stück Globalisierungsterror. RALPH EUE

Mit "Mondovino" hat Jonathan Nossiter einen weit ausholenden Dokumentarfilm gedreht, der mit der nicht gerade bescheidenen Behauptung auftritt, dass man am Milieu des Weins wie durch ein Vergrößerungsglas den Zustand der heutigen Welt ablesen kann: Es geht um die Erschütterungen, die die Kultur der Rebe in den vergangenen zwei Jahrzehnten gravierender verändert haben als die Geschichte der sechs vorangegangenen Jahrhunderte. Der Filmemacher verbindet auf originelle Weise die Neugier des Dokumentaristen mit einer Schwäche fürs Romanhafte, für Familiengeschichte und Bigger-than-Life-Characters. Wie ein roter Faden zieht sich durch "Mondovino" das neoliberalistische Geschäftsgebahren der kalifornischen Mondavi-Familie,

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