SPIELPLAN

Kultur | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

Theater als Volkshochschule, Teil eins: Die Neigungsgruppe Geschichte (Weimarer Republik) trifft sich zurzeit in der Drachengasse. Ronald Pohl, Theaterkritiker beim Standard, Theaterautor und Lyriker, hat frei nach Alfred Döblins Romantetralogie "November 1918" ein Stück über Rosa Luxemburg geschrieben. "Die rote Rosa" (bis 18.6.) ist schwerer Tobak: In jambischem Blankvers wird reflektiert, wie und warum eine Revolution scheitern kann. Regisseurin Andrea Hügli ist zwar eine gewissenhafte Arrangeurin, hat aber nicht ganz verstanden, dass Ronald Pohl nicht William Shakespeare ist und Blankvers nicht gleich Pathos sein muss. Es wird deklamiert, was das Zeug hält und bis auch der letzte Zuschauer nur mehr Bahnhof versteht (so viele Leute haben dieses Theater während der Vorstellung wohl noch nie verlassen). Hier trifft eine hermetische Inszenierung auf einen hermetischen Text. Das kann nicht gut ausgehen; wie immer in so einem Fall kommt eine ebenso angestrengte wie anstrengende Kunstanstrengung


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