Der Bauch des Wals

aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

STADTMENSCH Jahrelang lebte Modemacherin Susanne Bisovsky in einer Wohnung, die auch Kunstwerk ist. Jetzt übersiedelt sie mit Sack und Pack. WOLFGANG PATERNO

Auseinander gerissen wären diese Dinge wertloser Firlefanz, zusammengefügt ergeben sie ein Wohnkunstwerk. Es ist wie der Bauch eines Wals, in dem sich über die Jahre die Dinge angesammelt haben. Ein röhrender Hirsch, auf einen Zierteller gepinselt. Ein originalgetreuer Rehkopf aus Plastik, ein Elektrokabel schlängelt sich weg, ein Klick, und das Wild leuchtet. Ein ovales, vom Inhalt nur schwer zu bestimmendes Bild in Goldrahmen, ein Weihnachtsgeschenk des Designers Helmut Lang. Eine Hand aus Wachs, eine stämmige Frau auf einem Foto in Sepia, mindestens dreißig Nudelwalker und die tausend Augen der fünfhundert Heiligen: An den Wänden hängen Bilder, Gemälde oder Ölschinken mit Madonnendarstellungen und Jesusabbildern; große, kleine, goldgerahmte, es gibt kaum mehr Weiß an den Wänden. Lichterketten mit bunten kleinen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige