Bim laden

Stadtleben | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

VERKEHR Womöglich transportiert man Waren künftig in Wien auf Straßenbahnschienen mit der Güterbim. CHRISTOPHER WURMDOBLER

Wie jetzt, was jetzt, ein Lkw auf Schienen fährt mitten durch die Stadt? Zumindest einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie Güterverkehr in Zukunft in Wien aussehen könnte, gab's vergangene Woche schon einmal. Da wartete die Güterbim am Karlsplatz zu Demonstrationszwecken, ein Hybrid aus Bim und Lastwagen. Das Projekt wird von Tina Vienna (gehört zur Wien-Holding GmbH und befasst sich mit europäischer Verkehrsplanung), den Wiener Linien und Lokalbahnen und der Vienna Consult vorangetrieben und vom Verkehrsminister finanziell unterstützt. In den "verkehrsärmeren Zeiten", sprich: nachts nach Betriebsschluss, soll der Straßenbahngüterverkehr zum Einsatz kommen. Dann sollen vor allem Supermärkte und Bäckereien beliefert werden, also Empfänger, die ohnehin nächtens ihre Waren bekommen. Die Infrastruktur haben die Experten bereits geprüft, Anschlussstellen an Bahn oder Schiffsverkehr stimmen, und bis August 2005 befindet man sich in der "Demonstrationsphase". Das bedeutet, man gondelt mit einer umgebauten Bim, die man be- und entlädt, durch die Stadt und probiert aus, ob Schiene statt Straße in Wien tatsächlich funktionieren würde. Wieso überhaupt die Güterbim? Erstens aus wirtschaftlichen Gründen - Stauvermeidung für den Lieferverkehr, wenn man die Logistik im Griff hat - und auch aus ökologischen Überlegungen heraus. So eine Güterbim wäre nämlich äußerst umweltfreundlich und bringt weniger Feinstaub- und Ozonbelastung als Lkws. War ursprünglich erst fürs Jahr 2010 ein regulärer Betrieb des Schienentransports vorgesehen, kündigte die Projektsprecherin via APA einen "Betrieb in naher Zukunft" an. Güterstraßenbahnen verkehrten in Wien übrigens bereits früher. Zum Beispiel beim Bau der Flaktürme. Q


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