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Politik | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

W. Haslauer

Kaum ist der Penisbrunnen vor dem Rupertinum vergessen, reitet die Salzburger wieder der Teufel. Diesmal in Gestalt des Schriftstellers Thomas Bernhard. Ein Schauspieler las bei einem offiziellen Festakt zum 50. Jahrestag der Unterzeichung des Staatsvertrages aus Bernhards autobiografischem Roman "Die Ursache". Darin vergleicht Bernhard, aus der Sicht eines 15-jährigen Internatsschülers, die nationalsozialistische mit der katholischen Erziehung. Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP) verließ daraufhin empört den Saal. Drei weitere ÖVP-Politiker folgten ihm. Bernhards Werk sei zwar mittlerweile unumstritten, räumt Haslauer später ein, im Rahmen eines Festaktes aber deshalb noch lange "nicht angebracht". Welcher Schriftsteller mit Salzburg-Bezug wäre denn angebracht und weniger verstörend? Vielleicht Adventlyrik oder frühe Blut-und-Boden-Prosa von Karl Heinrich Waggerl?


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