STREIFENWEISE

Kultur | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

Cowboys und Indianer können nie Freunde werden. Gonzalo ist elf, Schüler an einer katholischen Privatschule in Santiago de Chile und ein glühender Fan des "Lone Ranger". Trotzdem freundet er sich mit Pedro an, einem der fünf Buben aus den Slums, die neu in seiner Klasse sind. Anhand der schulischen Konflikte, die im Zuge der Reformen unter Salvador Allende in Saint Patrick's ausbrechen, erzählt "Machuca, mein Freund" vom Ende der Demokratie in Chile anno 1973. Und zwar konsequent aus der Sicht der Kinder. Andrés Wood, der Regisseur, war acht Jahre alt, als Pinochet sich an die Macht putschte; Gonzalo, das sommersprossige Bürgersöhnchen, ist sein Alter Ego im Film und, wie seine Eltern, mäßig sympathisch gezeichnet. Die Mutter als Callgirl der Luxusklasse, das sich einen alten reichen Liebhaber hält, und der Vater, der sich aus allem heraushält, als politischer Opportunist: "Sozialismus ist vielleicht für Chile das Beste, aber sicher nicht für uns." In seinen gelungensten Szenen


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