TIER DER WOCHE

Fiaker

Stadtleben | aus FALTER 21/05 vom 25.05.2005

"I hab zwa harbe Rappen, mei Zeugl steht am Grabn ..."

Fiakerlied

Frühjahrsputz, psychischer: Da muss alles raus, was sich an sozialen Schlacken das Jahr über angesammelt hat. Ein stetes Ärgernis sind für den Bewohner der Urbs bekanntermaßen Tiere in der Stadt. Hier gilt in Anlehnung an den Ausspruch des greisen Methusalix: Ich hab nichts gegen Tiere, solange sie nicht hier sind. Der Vorwurf der Anklage lautet: Sie bellen und zwitschern zu laut, belästigen Mensch und Auto, koten allhie und sind überhaupt unnütz in einer modernen Welt. Letzteres stimmt nicht ganz, denn es gibt noch eine Gruppe von amtswegig erfassten Nutztieren in Wien: Fiakerpferde. Nach verpflichtender Einführung der sogenannten Pooh-Bags, den Auffangschürzen für die Pferdeäpfel, sollte die öffentliche Erregung eigentlich ihr Ende haben. Aber die Populationsdichte von Fiakern hat eine geradezu unökologische Dimension erreicht, die am besten mit einer Fahrt mit dem Autobus 1A nachzuvollziehen ist. Als Wienfremder

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