VOR 20 JAHREN

Vorwort | A. T. | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

IM FALTER

Es gibt für alles ein erstes Mal. Für ein Interview mit George Tabori, zum Beispiel. Ein paar Leute vom Büro der Wiener Festwochen samt Intendantin Ursula Pasterk waren gekommen, saßen gemeinsam mit Elisabeth Loibl und mir im Café Raimund hinter der Volksoper. Alle wollten dem großen alten Mann, ja, schon damals war er ein großer alter Mann, beim Erzählen zuhören. Gespräch mit Publikum, lang vor der Erfindung des Privatfernsehens. Auch wir vom Falter, übrigens die einzige Wiener Zeitung, der Tabori damals ein Interview gab, taten nichts anderes als zuhören, nachdem wir das Tonband eingeschaltet hatten. Tabori erzählte aus seinem Leben, zum Beispiel darüber, wie er 1941 Spion wurde: "Wir waren alle Spione in der Türkei. Wir mussten Spione sein. Denn wenn man kein Spion war, war man sehr verdächtig. In Bulgarien (wohin er sich vor den Nazis geflüchtet hatte, Anm. d. Red.) war ich noch unschuldig. Der englische Botschafter war ein fanatischer Katholik und verliebt


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