WAS WAR

Politik | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Geld für die IKG Während der Nazizeit wurde Wiens jüdische Gemeinde beinahe vollständig vernichtet. Heute leidet sie unter chronischem Geldmangel, weil sie im Gegensatz zu deutschen Gemeinden selbst für ihren Wiederaufbau aufkam und sich teure Sicherheitsvorkehrungen leisten musste. Doch nun entschädigt die Republik die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) endlich für die von den Nazis zerstörte Infrastruktur. 18,2 Millionen Euro bekommt die IKG, das Geld blieb bei der Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter übrig. Im Gegenzug zieht die jüdische Gemeinschaft ihre 777 Anträge an den Entschädigungsfonds und ihre Unterstützung für eine Sammelklage in den USA gegen Österreich zurück.

WAS KOMMT

Neuer Eigentümer für die BA-CA Erst schluckte die Bank Austria die Creditanstalt. Dann fraß die bayerische HypoVereinsbank die Bank Austria. Nun dürfte die HypoVereinsbank verschlungen werden - von der italienischen Uni Credito. Klappt der Deal, würde die Bank Austria-Creditanstalt zu einem der mächtigsten Bankkonzerne Europas gehören. Dank des Netzes der BA-CA würde das neue Monsterunternehmen in Osteuropa sogar zur Nummer eins avancieren.

WAS FEHLT

Dalai-Lama-Briefmarke Ein Privatmann war bei der Post bereits abgeblitzt, als er auf eigene Kosten eine Briefmarke zu Ehren des Dalai Lamas drucken lassen wollte. Nun versuchten die niederösterreichischen Grünen ihr Glück - und scheiterten ebenfalls. Begründet hat die Post ihre Absage auch diesmal nicht. Es deutet aber einiges darauf hin, dass die chinesische Botschaft interveniert hat. Schließlich gilt der Dalai Lama vielen Tibetern als höchste Autorität, obwohl China Tibet 1951 annektierte. Von einem "Affront" spricht Madeleine Petrovic, Klubobfrau der niederösterreichischen Grünen, deshalb in einem Brief an den Generaldirektor der Post: "Ich ersuche, (...) den Druckauftrag durchzuführen und in Hinkunft keine Kryptoaußenpolitik zu betreiben."


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