STANDPUNKT

Politik | F. K. | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Der Agent

Der Schriftsteller und Publizist Peter Sichrovsky hat in seinem Leben schon viele Rollen gespielt. In den Achtzigern forderte er "einen ehrlichen Umgang mit der Geschichte" und schrieb nie gehaltene Reden für Kurt Waldheim. Als FP-Generalsekretär und "Haiders Jude" (Sichrovsky über sich) beschimpfte er den Jüdischen Weltkongress ("nicht arisches Rumpelstilzchen"), die Historikerkommission ("Berufsjuden") und den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant. Ein "Idiot" sei der, "ein aggressiver, zorniger Mensch, der ungeheuer geizig ist und ungeheuer reich wird". Außerdem vertrete Muzicant "nicht die Interessen der Österreicher". Nun schreibt profil, Sichrovsky sei als Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad aktiv gewesen. Er selbst sagt, er habe sogar über eine Kreditkarte des Mossad verfügt, mit der er angeblich unbeschränkt Spesengeld ausgeben durfte. Ein österreichischer Volksvertreter arbeitet für einen fremden Geheimdienst? Darf das wahr sein? Er nimmt dafür auch noch Geld? Vielleicht prahlt Agent Sichrovsky ja nur. Aber wenn es stimmt, sollten Staatsanwälte aktiv werden. Nicht nur aus steuerlichen Gründen. Das Strafrecht sieht Sanktionen für jene vor, die "zum Nachteil der Republik" einen fremden Nachrichtendienst unterstützen. Strafrahmen für die Spitzel: drei Jahre Haft.


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