DOLM DER WOCHE

Politik | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Siegfried Kampl

Siegfried Kampl fühlt sich wohl als Opfer einer brutalen Verfolgung. Wie arme Nazis, die laut Kampl nach 1945 einer ebensolchen ausgesetzt gewesen seien. Weil Politikerkollegen die unsäglichen Ansichten des Gurker Bürgermeisters kritisierten, der Wehrmachtsdeserteure als "zum Teil Kameradenmörder" bezeichnete, will dieser nun doch nicht als Bundesrat abtreten und obendrein den Vorsitz der Länderkammer übernehmen. Die sonst so vorsichtigen Vertreter der Kirche finden Kampls Haltung "unerträglich und empörend", und sogar Jörg Haider rät dem uneinsichtigen Kärntner zum Rückzug - wohlweislich als "Freund". Kein Wunder, dass Haider an Kampl irgendwie hängt: Der heutige Bundesrat hatte den nunmehrigen Landeshauptmann bei dessen Machtübernahme in der FPÖ 1986 auf die Schulter gehoben. Wenn Haider aber will, dass ihm irgendjemand seinen Neuanfang abnimmt, sollte er sich neue Kumpels suchen.


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