Presseschau

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Am Montag war auch ohne Blick auf das Format leicht zu erkennen, welche der Wiener Zeitungen groß und welche klein sind. Die Schlagzeile des Standard: "EU-Krise nach Frankreichs Nein". Die Presse schrieb: "Die Franzosen entschieden sich mit rund 55 Prozent gegen die EU-Verfassung und lösten damit eine Krise der europäischen Union aus." Ähnlich der Kurier, nur "stürzt" dort die Mehrheit der Franzosen "ihre Regierung und die EU in eine schwere Krise". Die Kleinformate deuteten das selbe Ereignis ganz anders: "Franzosen-Nein ist ein Signal für Europa!", titelte die Kronen Zeitung. Und das U-Bahn-Blatt Heute sagte: "Merci Mesdames et Messieurs!" Eine späte Geste der Versöhnung, denn: "Vor 212 Jahren ließen sie ,unserer' Marie Antoinette den Kopf abschlagen", diese Franzosen, diese, aber "nun retteten sie uns vor der umstrittenen EU-Verfassung" und damit "Österreichs Neutralität". In einem waren sich Heute und die Presse aber doch einig: Anstelle einer langen Schlagzeile setzten sie auf ihre Seite 1 in fetten Lettern schlicht: "Non!"


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