FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Mit der Jugend geht es steil abwärts, frage nicht. Das kann man an den Teenagerserien der jeweiligen Dekade ablesen. War das Teenie-Leben zu Zeiten von "Beverly Hills" noch einfach und sorglos, da haben sich Brenda und Kelly höchstens mal Sorgen um die Frisur gemacht, mussten die Kids in "Dawsons Creek" schon ernsthafter sein als die Erwachsenen - selten sah man so viele vergreiste Teenager, die sich jahrelang den Kopf darüber zerbrechen, ob sie jetzt schon die Reife zum Poppen haben oder nicht. Aber jetzt zeigt "O.C., California" den Pubertierenden mal, was echte Nöte sind. Unterschichtbub, zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, wird von trinkender Mutter rausgeworfen und von reicher Samariterfamilie in der Schnöselgemeinde Orange County aufgenommen. Soziale Spannungen, bittere Klassenunterschiede, trauriges Außenseitertum in der Privatschule - es ist zum Heulen. Wenigstens sieht der Knabe gut aus und hat ein Mädchen an jedem Finger, weil er so anders ist. Menschen ab dreißig haben aber nur eine Ausrede, um sich das samstagnachmittags reinzuziehen: Sommergrippe.


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