Kommentar

Robert Menasses Missverständnis

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Robert Menasse hat ein Theaterstück geschrieben. Das Burgtheater wird es nicht spielen. Das sind die Fakten. Der geniale Robert Menasse hat ein politisch brisantes Meisterwerk geschrieben, aber der feige und verlogene Burgtheaterdirektor Klaus Bachler hat die Uraufführung verhindert. Das ist Menasses Version der Geschichte.

Skandal? Zensur? Rufmord? Ein Skandal liegt in der Luft. Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Menasse schrieb im Auftrag des Burgtheaters ein Stück, von dem bisher nur der etwas verquaste Titel ("Das Paradies der Ungeliebten") und eine vor ein paar Monaten in News veröffentlichte Inhaltsangabe bekannt sind. Unter anderem treten in Menasses Erstling demnach ein karrieregeiler Vizekanzler, ein Schauspieler als Kunstminister und ein populistischer Parteiführer auf; obwohl die Figuren die Namen dänischer Fußballer tragen, sind die Parallelen zur österreichischen Innenpolitik unübersehbar. Wir haben es offenbar mit einem politischen Schlüsseldrama zur schwarz-blauen

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