Lang ist das Leben

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

FESTWOCHEN-TAGEBUCH Woche vier: Lernen von Luc Bondy, Altwerden mit Alvis Hermanis, Übernachten mit Frank Castorf, Spaß mit Idi Amin und eine Scheidung auf Iranisch. 

Während der Festwochen befindet sich der Theaterredakteur im Ausnahmezustand. Das heißt: Er ist noch öfter im Theater als sonst. In Tagebuchform berichtet er von seinen Erlebnissen im Paralleluniversum Wiener Festwochen.

Montag, 23. Mai: Liebes Tagebuch, heute habe ich vor dem Theater Luc Bondy getroffen. Der Festwochen-Intendant ist bekannt dafür, dass er fast keine Vorstellung bis zum Ende sieht. Heute läuft die polnische Inszenierung "Dybuk" ("Dybbuk"), und Bondy verrät mir seinen Plan: Er möchte sich eine Stunde davon ansehen und dann rüber ins Ronacher wechseln, wo am selben Abend seine Operninszenierung "Julie" Premiere hat. "Bei Filmfestivals ist das ganz normal, nur im Theater trauen sich die Leute das nicht", erklärt Bondy. Das kommt mir zwar ein bisschen komisch vor, aber bei Filmfestivals kenne ich mich


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