Im Land der Sonne

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

FILM Mit der Filmschau "Brasilien. Cinema novo und tropische Moderne" zeigt das Filmmuseum nicht nur eine revolutionäre Bewegung des brasilianischen Kinos, sondern stellt auch den historischen Zusammenhang her. 

Vielleicht geschieht ein Wunder, vielleicht wird das Land zum Meer und das Meer zum Land. Ganz am Ende geschieht es. Die falschen Heiligen sind tot, Manoel und seine Frau die Einzigen, die das Gemetzel überlebt haben. Sie laufen und laufen, bis sie nicht mehr können; sie stolpern und stürzen und mit ihnen die Kamera, die wegrutscht, verkehrt herum auf den Boden schlägt, und Himmel und Erde und Meer durcheinander geraten, die Ordnung der Welt einen Moment lang Kopf steht.

"Gott und Teufel im Land der Sonne" (1964) ist eines der ersten bedeutenden Werke des Cinema novo, sein Regisseur, Glauber Rocha, zudem der wichtigste Theoretiker dieser neuen Bewegung im brasilianischen Kino der Sechzigerjahre, mit der eine Generation junger Cineasten den herrschenden Verhältnissen den Kampf


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