NÜCHTERN BETRACHTET

Kultur | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Familienväter, verwöhnt und versaut

Entgegen anders lautenden Gerüchten ist es, gerade für unsereinen - also privilegierte Existenzen im privilegiertesten Winkel der Welt - ganz einfach, Kinder aufzuziehen. Man braucht nur aufzupassen, dass sie nicht aus größerer Höhe auf harte Unterlagen plumpsen, und muss ein bisschen von dem vielen Geld auf die Seite tun, um es für Kinderkleidung und -kost statt für Koks und Cocktails auszugeben. Ehe man's sich versieht, schauen Kinder fremden Menschen auf den Hintern und engagieren sich für Fair Trade oder in einer Wehrsportgruppe (Pech kann man immer haben). Zugegeben, irgendwann reicht es auch nicht mehr, ihnen die goldknisternden Einlagen aus Pralinenschachteln in die Hand zu drücken, um sie für drei Stunden am Stück glücklich zu machen; da ist man halt genötigt, sich ein bisschen was einfallen zu lassen. Im besten Falle übernehmen das sogar die Kinder selbst. Meine Tochter zum Beispiel hat vor kurzem Interesse am Laufsport bekundet.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige