FrAgen sie Frau Andrea

Beule in Mariazell

Stadtleben | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Liebe Frau Andrea!

Irgendwann im März parke ich mit meinem Freund in Mariazell. Neben uns eine wunderschöne Frau und ein Mann, der aussieht wie Thomas Maurer. Er öffnet den Kofferraum eines hässlichen Wagens. Dabei haut er sich die Birne an der Kofferraumtür an. Er kommentiert dies, die umgehend entstehende Beule reibend, mit den Worten: "Servas, Gschäft!" Der darauffolgende Spaziergang bringt uns nicht auf den Ursprung dieses Ausspruchs, auch nicht, ob das tatsächlich Thomas Maurer war. Daher wenden wir uns an Sie, liebe Frau Andrea.

Doris und Walter, Internet

Liebe Doris, lieber Walter,

der schöne Wiener Fluch kommt vom althochdeutschen "kischeifti", "keschefti", Schicksal. Der Seawas ist nur das Ornament. Tatsächlich handelt es sich beim Originator des von Ihnen erlebten Vorfalls um den Autor und Kabarettisten Thomas Maurer. Der hatte sich am Sonntag, den 13. März, mit einer geheimnisvollen blauäugigen Schönheit im schneematschigen Mariazell eingefunden, um in der lokalen Konditorei sogenannten "Pirkerschnaps" zu kaufen und zur Planierung eines kleinen Streits über die Hässlichkeit des Domes zu lachen. Beim Öffnen des leicht rostfleckigen weißen Daewoo Nexia der unbekannten Begleiterin sollte der losegriffige Kofferraumdeckel hochschnellen und "wupp" an Thomas Maurers Kopf machen. Dies quittierte jener erstaunt, aber trocken mit "Seawasgscheft".

dusl@falter.at


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