"Tätowieren ist ein Thema"

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

TATTOO Der deutsche Kulturtheoretiker Erhard Schüttpelz über tätowierte Adelige und die Ganzkörpertätowierung als Ausdruck für gesellschaftliche Widersprüche. 

Weiß Erhard Schüttpelz, was ein Arschgeweih ist? "Na ja, ich bitte Sie", meint der Brillenträger im Pastellhemd und verdreht die Augen. Der 43-jährige deutsche Wissenschaftler, Koordinator der Forschungsstelle Kulturtheorie und Theorie des politisch Imaginären an der Universität Konstanz, kennt sich mit Tätowierungen aus. Derzeit beschäftigt er sich am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien ein Gastsemester lang mit der "Moderne als koloniale Kultur" - und im Speziellen mit der Geschichte der modernen Tätowierung. "Kürzlich haben die Naturwissenschaftler der Uni Kopenhagen einen Tätowierungswettbewerb für ein eigenes akademisches Logo ausgeschrieben", erzählt Schüttpelz. "Da dachte ich mir, wenn sich jetzt schon die Wissenschaftler tätowieren, ist das ein Thema." Schüttpelz beschäftigt


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