"Bilder wollen Liebe"

Kultur | Matthias Dusini und Thomas Edlinger | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

BILDWISSENSCHAFT Was haben der Papst und Lady Di gemeinsam? Warum ist ein Schaf im Schafspelz bedrohlicher als ein Wolf? Der US-Bildforscher W.J.T. Mitchell erklärt die mythische Bedeutung von Bildern. 

Mit dem Slogan "Image is everything" warb der Tennisspieler Andre Agassi vor 15 Jahren für die Kameramarke Canon. "Bilder sind nicht alles", sagt der Bildforscher W.J.T. Mitchell, 65, Professor für Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft an der Universität von Chicago, "aber sie trachten danach, uns davon zu überzeugen, dass sie es sind." Mit dem Begriff "Pictorial Turn" (so hieß ein Aufsatz in seinem 1994 erschienenen Buch "Picture Theory") prägte Mitchell eines der akademischen Schlagwörter des letzten Jahrzehnts. Er lieferte damit das theoretische Rüstzeug für die Analyse der von Kulturpessimisten beklagten, von Medienutopisten bejubelten Bilderflut.

Bilder lügen, lautet eine philosophische Binsenweisheit, die sich hartnäckig behauptet, von den als Schein entlarvten Schattenbildern


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