Vergessenes Unrecht

Steiermark Politik | THOMAS GELDMACHER | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

NS-AUFARBEITUNG Die kleine Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas wurde während des Nationalsozialismus brutal verfolgt. Nur langsam dringt die Erinnerung daran an die Öffentlichkeit. Verfolgte berichten. 

Anton Letonja, Jahrgang 1919, ließ sich Anfang April 1938, nur wenige Wochen nach dem "Anschluss", in Graz zum Zeugen Jehovas taufen: "Das war im Geheimen, um Mitternacht in einem Waschtrog, in einer Waschküche in Eggenberg. Wir haben gesehen, dass die Nazis die Zeugen Jehovas in Deutschland schwer verfolgten, und wussten, dass das auch in Österreich passieren würde. Aber das hat uns im Glauben nur bestärkt, keine Angst gemacht. Ich war bereit, wenn es sein muss, auch zu sterben."

  Diese prinzipielle Bereitschaft wurde zwischen 1938 und 1945 nur allzu oft an der Realität geprüft. Die kleine Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas, Ende des 19. Jahrhunderts in den USA gegründet und bereits 1934 während des Austrofaschismus verboten, zählte Anfang 1938 in Österreich etwa


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