Heimat, fremde Heimat

DIETER A. BINDER | Steiermark Politik | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

ESSAY Mit Erzherzog Johann in die steirische Moderne und retour. Zur Konstruktion des Steirischen in der Zweiten Republik. 

Unter dem Landeshauptmann Karl Maria Stepan entwickelten der Volkskundler Viktor von Geramb und sein Kreis ab Herbst 1934 ein Konzept der "steirischen Heimat", das dem Versuch Stepans entsprang, in einem neuen Heimatgefühl die politische Fragmentierung der Gesellschaft zu überwinden. So rühmte man noch in den 1960er-Jahren das große Laienspiel Paula Groggers über die Liebe Erzherzog Johanns zu Anna Plochl, an dem die Einwohner Öblarns 1936 und 1937 unabhängig von ihrer jeweiligen politischen Überzeugung teilgenommen hatten, als jenen geglückten Versuch, unter dem Bild der "Heimat" alle gesellschaftlichen Gräben überwunden zu haben. Der Salzburger Historiker Ernst Hanisch konstatiert für 1948 die "Rückkehr der Gegenaufklärung", nachdem unmittelbar nach dem Kriegsende eine bescheidene kulturelle Pluralität zu beobachten ist.

  Auf die ständestaatliche,

  1038 Wörter       5 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Die Tätigkeit namens "glauben"

    Stadtleben | aus FALTER 22/05
  • Eine letzte gute Tat

      Einmal schrieb das Blatt trotz allem politische Geschichte. 1995 hatten sich zwei Linksextremisten und TATblatt-Sympathisanten beim Versuch, einen Strommasten im niederösterreichischen Ebergassing zu sprengen, selbst getötet. Prompt wurde auch bekannt, dass der damals amtierende SP-Innenminister Caspar Einem vor seiner politischen Laufbahn dem TATblatt 436 Euro (6000 Schilling) für eine Druckmaschine und einen Prozess gegen die FPÖ gespendet hatte. Das Bekanntwerden der Spende war ein Fressen für FPÖ und Kronen Zeitung. Erstere stand wegen des anhaltenden Briefbombenterrors noch im Visier des Innenministeriums und konnte dem Minister nun Nähe zum Linksterrorismus unterstellen. Letztere hetzte gegen den ehemaligen Bewährungshelfer Einem wegen seiner liberalen Ausländerpolitik. Der Innenminister begründete die Spende damals mit seiner "Grundhaltung, für ein offenes Gespräch zu sein": Er wolle erreichen, dass sich auch politisch anders denkende Leute noch artikulieren können. "Von der Optik her" sei "das Ganze sicher außerordentlich schlecht" gewesen.
    Medien | Martina Stemmer | aus FALTER 22/05
  • AUSSTELLUNG

    Stadtleben | aus FALTER 22/05
  • Mit der Keule

    Politik | Florian Klenk | aus FALTER 22/05
  • Am Wörtersee

    Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 22/05
×

Anzeige


Anzeige