VOM GRILL

Riecher fürs Leben

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 22/05 vom 01.06.2005

Weil die Kinder unsere Zukunft sind, mögen sie das Leben mit all ihren Sinnen erfassen. Man möchte sie, damit sie es früh kennen lernen, förmlich mit der Nase darauf stoßen. Der diesbezügliche raffinierte Beitrag des Grazer Magistrats geht so: Die Container, in welche der gesammelte Müll aus den städtischen Mistkübeln gekippt wird, stehen auf dem Kinderspielplatz des Volksgartens herum. Das gärt natürlich vor sich hin und stinkt wie die Pest, vor allem bei der jetzigen Hitze. Es zieht wolkenweise Geschmeiß und Tauben an, diese Ratten der Lüfte, und es weckt exotische Gefühle wie beim Urlaub - nein, nicht am Bauernhof, sondern bei den Müllhalden von Kairo. So riecht Leben, Kinder. Und Sterben.

  Und damit sie lernen, dass manche Menschen gleicher sind als sie, führen ihnen dies die Wirtschaftshof-Leute eindrucksvoll vor: Die kurven dort mit ihren Privatautos im Fahrverbotsbereich herum.

  Auf der anderen Seite des Volksgartens hingegen, bei einem anderen Kinderspielplatz, hat sich auf Kosten der Kinder eine andere Plage breit gemacht. Ein Beisl, das die vorstädtische Schickeria anzieht wie der Mist die Fliegen, hat seinen Gastgarten mitten in einem Kinderspielplatz aufgeschlagen.

  Tja, Kinder, wisst ihr, was eine Steinschleuder ist? Ja? Und wie man damit treffsicher umgeht? Großes Indianerehrenwort? Na, dann ist ja alles paletti.


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