Tod einer Hure

MICHAELA HAWLIK | Steiermark Kultur | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

THEATER Eine außergewöhnliche Inszenierung von Heiner Müllers "Quartett" am Grazer Schauspielhaus. Martina Stilp spielt alle vier Rollen des Stückes. 

Die Ebene 3 im Schauspielhaus möchte sich ihrer Wurzeln als Experimentierstätte besinnen und gibt Heiner Müllers "Quartett". Das Stück entstand Anfang der Achtzigerjahre in Anlehnung an Choderlos de Laclos' Skandalroman "Gefährliche Liebschaften". Anlässlich des zehnten Todestags des Dramatikers versucht sich Thomas Sobotka nun in seiner ersten Inszenierung am Grazer Schauspielhaus an dem vielgespielten Text. Er überrascht dabei nicht nur indem er die Darstellerin Martina Stilp in alle Rollen des Quartetts schlüpfen lässt, sondern auch mit einer sehr leisen Inszenierung, in der es weniger um ein permanentes Mehr-und-mehr geht, als um die kleinen Details dazwischen.

  Müller konzipierte "Quartett" als "2-Mann-Rollen-Spiel". Er verdichtete das Stück von de Laclos zu einem Zweikampf der Geschlechter. Sobotka komprimiert die

  604 Wörter       3 Minuten
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