IN KÜRZE

Steiermark Kultur | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

SIMON BOCCANEGRA Die letzte Premiere dieser Grazer Opernsaison, ein Vermächtnis der Exintendantin Karen Stone, brachte in Kooperation mit dem Teatro Lirico in Triest Verdis "Simon Boccanegra". Eine Produktion ganz nach dem geschmäcklerischen Gusto des Grazer Publikums: eine unerhebliche, altbackene Operngesten mit handwerklichem Geschick arrangierende Regie (Franco Ripa di Meana) in einer modernistischen Allerweltsbühne (Gideon Davey). Ein Dirigent, der den mittleren Verdi mit süffiger Italianità serviert, öfters das Orchester zu laut aufdreht - aber es spielt sehr homogen, sauber und mit hörbarem Einsatz auf. Ein gutes Omen für Dirigent Pier Giorgio Morandi, möglicher zukünftiger Grazer Orchesterchef. Nur für Alexandru Agache in der Titelpartie dehnt er die Tempi zu selbstverliebt. Der Bariton, seine Tochter (Tamar Iveri), ihr Liebhaber (Evan Bowers) und ihr Opa (Tigram Martirossian) bilden ein hoch qualifiziertes, immer schön, seltener berührend singendes Team. Rauschender Beifall.

KINOFOCUS ZÜRICH Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Schweiz in Sicht", die vom 10. bis 17. Juni an mehreren Veranstaltungsorten Schweizer Lebens- und Kulturformen multimedial darstellen will, zeigt das augartenkino kiz vom 11. bis 16. Juni ausgewählte Werke der jüngeren Schweizer Filmgeschichte. Es werden sowohl Filme, die ob ihres Dokumentarstils mit Randgruppenfokussierung mittlerweile zu Klassikern avanciert sind, wie etwa "Züri brännt" (1980) von Martin Witz, als auch neuere Produktionen wie "Utopia Blues" (2001) von Stefan Haupt und "Strähl" (2004) in der Regie von Manuel Flurin Hendry präsentiert. Am "Zürcher Film-Sonntag", dem 12.6., wird es ein Livegespräch mit Richard Dindo und dem "Vater des neuen Schweizer Films", Fredi M. Murer, geben.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige