STANDPUNKT

Zurück in die Zukunft

Politik | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

Warum hat Jörg Haider schnell noch einmal die FPÖ verlassen und das Bündnis Zukunft Österreich gegründet? Um eine neue Politik zu machen, unbelastet von den Fehlern der eigenen und dem Schatten der österreichischen Vergangenheit. Nun hielten Landesgruppen beider freiheitlicher Couleur, die blauen wie die orangen, vergangenes Wochenende Versammlungen ab. In der Steiermark sagte ein Bundesparteichef über den Bundesrat Siegfried Kampl, der meint, Nazis seien nach dem Krieg "brutal" verfolgt worden: "Wenn einer redet, wie es nicht passt, dann wird er mit der Moralkeule niedergehauen." In Kärnten fiel dem anderen Bundesparteichef in diesem Zusammenhang das Wort "Menschenjagd" ein. Zwei Männer, ein Gedanke. Das zweite Zitat stammt vom blauen Heinz Christian Strache. Sein Motiv scheint logisch: Mangels anderer verbleibender Wähler will er offenbar die Ewiggestrigen bei der Stange halten. Das erste Zitat kam vom orangen Jörg Haider. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder kann er nicht anders. Oder er will, mangels genug anderer Wähler, die Ewiggestrigen nun doch mitnehmen. Wofür war die Trennung in BZÖ und FPÖ also noch einmal gut? Zur Ablenkung. Und um Karl Schweitzer, Sigisbert Dolinschek und Eduard Mainoni ihre Jobs zu sichern. Nein, das sind keine Hauptschullehrer für Geschichte. Die Herrn sind Staatssekretäre. E. W.


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