NACH DEM REFERENDUM

Wer führt die EU aus der Krise?

Politik, FALTER 23/05 vom 08.06.2005

Kaum hatten die Franzosen "Non!" zur EU-Verfassung gesagt, stand Jean-Claude Juncker, der gegenwärtige Ratspräsident und längstdienende EU-Regierungschef, schon Rede und Antwort, Kommissionspräsident José Manuel Barroso neben ihm. Drei Tage später, das fulminante "Nee!" der Niederländer war gerade über die Ticker gelaufen, war Juncker abermals schnell am Pult. "Da bin ich wieder", so Juncker sarkastisch.

  Auf den Schultern des Premiers des schmächtigen Fürstentums liegt die Hauptlast des Krisenmanagements. Barroso, der sich nach nicht einmal einer Legislaturperiode als portugiesischer Premier auf den Brüsseler Präsidentenstuhl gerettet hat, gilt schon heute als grobe Fehlbesetzung. Dass er in peinliche Affären verwickelt ist und sich Nehmerqualitäten nachsagen lassen muss, ist noch das kleinste Problem. Er ist fahrig, furios uncharismatisch - alles andere als "das Gesicht" Europas.

  Auch der französische Präsident und der deutsche Kanzler, normalerweise in Krisenzeiten

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