"Fast alle profitierten"

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

NS-AUFARBEITUNG Der prominente deutsche Historiker Götz Aly über verhätschelte Volksgenossen, den Wohlfahrtsstaat der Nazis, das braune Erbe im Sozialsystem und die reaktionären Säcke, denen er heute dankbar ist. 

Wer von den Vorteilen für die Millionen einfacher Deutscher nicht reden will, der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen": Mit diesem Satz beendet Götz Aly sein Buch "Hitlers Volksstaat" (erschienen bei S. Fischer in Frankfurt). Der 58-Jährige beschreibt darin das Naziregime als "Gefälligkeitsdiktatur", die sich die Zustimmung ihres Volkes mit sozialen Wohltaten erkaufte. Das Werk zählt zu den wichtigsten Geschichtsbüchern des Jahres, erntete in der Zunft aber auch viel Widerspruch. Nicht die von Aly beschriebene Fürsorgepolitik, sondern der mörderische Antisemitismus und der Führermythos seien die entscheidenden Triebkräfte für Holocaust und NS-Diktatur gewesen, meinen seine Kritiker. Am 9. Juni wird der als Querkopf bekannte Deutsche, der


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