Éducation théâtrale

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

FILM César-Gewinner "L'esquive" von Abdellatif Kechiche erzählt auf besänftigende Weise nicht von der Eskalation der Gewalt, sondern vom alltäglichen Heranwachsen in einem heißen Viertel einer Pariser Vorstadt. 

Stolz führt Lydia ihr Kostüm vor, unbefangen trägt sie die tief dekolletierte Eleganz des 18. Jahrhunderts in die Gegenwart ihrer Nachbarschaft hinein, einer Siedlung in einem der "heißen Viertel" der Pariser Vorstädte. Das Gefühl, an diesem sozialen Brennpunkt deplatziert zu sein, geniert sie wenig. Sie wird lernen, das Kleid wie eine zweite Haut zu tragen, sich hineinzufühlen in eine fremde, neue Rolle.

  Eine hübsche Utopie wird in "L'esquive" ausgelebt: die hingebungsvolle Neugier, mit der eine Schulklasse Marivaux' Verwechslungskomödie "Das Spiel von Liebe und Zufall" einstudiert. Die Schüler empfinden ihre Hausaufgabe nicht als Zwang, sondern erledigen sie mit echter Entdeckerfreude. Die Disziplin, die sie für die Proben entwickeln müssen, wird ihnen nicht


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