Frau Schwarz liest "SZ"

Kultur | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

THEATER Der Mittelstand der Dinge: Das neue Pollesch-Stück "Häuser gegen Etuis" zeigt fünf Diven im Hochleistungsdiskurs. 

Fünf Frauen schreien Großbuchstaben und Ausrufezeichen. Das heißt, eigentlich schreien sie nur manchmal, manchmal flüstern sie auch oder sprechen emotionslos-nüchtern über Globalisierungstheorie, Urbanismus- und Liberalismusgeschwurbel. Außerdem schreit Libgart Schwarz nicht, sondern sie ringt nach Worten und Formulierungen, schließlich ist sie eine Dame. Nein, vielmehr repräsentiert die Schauspielerin eine Dame, eine aus dem Mittelstand, eine mit Süddeutsche Zeitung-Abo, die mittelmäßigen Straßenkünstlern ihr Gekleckse abkauft und deren Darbietungen wohlwollend beklatscht. Vielleicht ist Frau Schwarz aber auch einfach nur sie selbst (und da ist es ganz egal, wenn sie ihren Text vergisst und sich von der Souffleuse helfen lässt).

  Gleich viel Text für gleich viel Arbeit: Das Theater des Herrn Pollesch darf man durchaus demokratisch nennen. Der


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