NÜCHTERN BETRACHTET

Wolken ziehen vorüber

Kultur | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

Meine Karriere als Fotograf ist bislang, um es einmal dezent auszudrücken, recht ruhig verlaufen. Allenfalls finden meine Fotos von Schweinsbraten in Aufsicht oder fleischfarben getünchten Elektrogeschäften unweit der tschechischen Grenze Verwendung in einem sehr überschaubaren Kreise von Menschen, die den etwas anderen Bildschirmhintergrund schätzen. Meine überaus stimmungsvollen Aufnahmen aus Rumänien (Donau bei Nacht mit vorbeiziehendem Kahn) oder der Erlangener Fußgängerzone hingegen haben die Fotoredakteurin eines Reisemagazins zu einem ungeplanten Berufswechsel veranlasst. Einen frühen Erfolg konnte ich Mitte der Siebzigerjahre bei einem schulinternen Wettbewerb erzielen, als meine unfreiwillig doppelbelichteten Fotos vom Ambulatorium Wien-Süd mit ein paar Packen Fotopapier prämiert wurden. Das dadurch angestachelte Kunstwollen führte leider dazu, dass meine Interrailreisen hauptsächlich durch Fotos von aufspringendem Asphalt, leprösem Lack, verfallendem Verputz und


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