STADTRAND

Vorsicht, Schläfer!

Stadtleben | aus FALTER 23/05 vom 08.06.2005

Stadtbenutzern wird ja im öffentlichen Raum einiges zugemutet, von der Körperpflege in der Straßenbahn (Stichwort: Nagelknipser) bis zum Pizzaessen in der U-Bahn. Das gehört sich nicht, aber da muss man wohl durch. Interessant ist, dass sich auch das gehobene Publikum nicht immer zu benehmen weiß. Zum Beispiel in einem Auditorium der Wiener Festwochen. Es wird doch (fast) keiner gezwungen, sich, sagen wir mal, einen ganzen Tag lang Marthalertheater anzuschauen. Doch wenn man das macht, darf man davon ausgehen, dass ein, zwei (hundert) Menschen mit einem im Zuschauerraum sitzen, die sich auf Marthalertheater freuen. Und die Aufforderung, während der Vorstellung die Mobiltelefone abzudrehen, auch brav befolgen. Mobiltelefone abdrehen bedeutet, sie abzudrehen und nicht nur in den Stummschaltmodus zu wechseln. Vibrierende Handys hört man nämlich nicht nur, die lassen auch ganze Sitzreihen wackeln. So wie der Schläfer bei Marthaler in Reihe sieben, der so laut geschnarcht hat, dass die Halle E fast einstürzte. Nehmt den Leuten die Handys weg und lasst die Müden schlafen. Aber bitte nicht im Theater! C. W.


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