GRASSER-FOTOS

Auf nach Straßburg!

Medien | aus FALTER 24/05 vom 15.06.2005

Das Wiener Landesgericht verurteilte News vergangene Woche zu einer Strafe von 7000 Euro. Es ging um die Fotos vom Pariser Flughafen, auf denen Finanzminister Karl-Heinz Grasser eine Frau küsste, die nicht seine Verlobte war. News hatte die Bilder gegen den ausdrücklichen Willen Grassers veröffentlicht, wie dessen Kabinettschef vor Gericht aussagte. Richter Friedrich Forsthuber meinte, die Fotos hätten Grassers höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt und ihn öffentlich bloßgestellt. Vor allem in Kombination mit dem Text, der vor "Schwülstigkeit triefte, wie man es sonst nur aus Liebesromanen kennt". Dass Grasser sein Privatleben früher selbst, vor allem via News, öffentlich gemacht hatte, ließ Forsthuber als Argument nicht gelten. Jeder Politiker hätte das Recht, "selbst die Grenze zu ziehen". Am Pariser Flughafen müsse man nicht damit rechnen, von Paparazzi verfolgt zu werden. Also: Schmust ein Prominenter am Opernball auf der Tanzfläche, dürfen die Reporter ihn abschießen. Schmust er in der Loge, ist das seine Privatsache.

  News legte Berufung ein. Beide Seiten kündigten an, dass sie diesen Fall notfalls bis zum europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg durchfechten werden.


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