STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 24/05 vom 15.06.2005

Ein altes Vorurteil, den italienischen Film betreffend, lautet, dass es in erster Linie ein "Kino der Schauspieler" sei. Und es stimmt. Wenn man sich "Il piú bel giorno della mia vita" (auf Deutsch: "Der schönste Tag in meinem Leben") anschaut, so ist man zuallererst einmal von dem Ensemble beeindruckt: von der fahrigen Nervosität von Margherita Buy, der stillen Verzweiflung von Sandra Ceccarelli, dem geduckt verhaltenen Spiel von Luigi Lo Cascio und von der graziösen Härte von Virna Lisi in der Rolle einer verwitweten Matriarchin, gegen die keines ihrer drei erwachsenen Kinder aufkommt. "Der schönste Tag" meint den Erstkommunionstag ihrer Enkelin Chiara, der kleinen Ich-Erzählerin eines Films, der die Familie im Wandel der Zeit zum Thema hat. Die ritualisierten Zusammenkünfte in der alten Villa unweit von Rom entwickeln sich regelmäßig zum Desaster, weil die vermeintlich heile Großfamilie von einst sich inzwischen längst atomisiert hat: Sara lebt seit dem Tode ihres Mannes


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