KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 24/05 vom 15.06.2005

Bereits bei ihrer Secessionsausstellung im Vorjahr hat sich Carola Dertnig mit der Rolle der weiblichen Modelle im Wiener Aktionismus beschäftigt. Anhand von Interviews untersuchte die Künstlerin Autorenschaft, Erinnerung, Kunstgeschichtsschreibung und was jeweils als "subversiv" wahrgenommen wurde. Jetzt führt Dertnig ihre Aktionismus-Recherche noch überzeugender fort und weiht mit der Schau "Lora Sana" (bis 23.7.) die neugegründete Galerie Andreas Huber ein. Fein säuberlich gerahmt hängen dort Fotos, die nur ansatzweise etwas zu erkennen geben. Dertnig hat Bilder von Aktionen - etwa Rudolf Schwarzkoglers "Hochzeit" (1965) - aus Büchern fotokopiert und dann bearbeitet. Die grobkörnigen Vorlagen wurden teilweise schwarz übermalt und geben nur mehr Ausschnitte preis, die oft abstrakt wirken. Im Gegensatz zum expressiven Gestus von Arnulf Rainers Übermalungen sehen Dertnigs Eingriffe wohlkalkuliert aus; sie sind mehr an Hervorhebung als an Auslöschung interessiert. Wie diese schwarzen


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