Chez Gerer


FLORIAN HOLZER
Stadtleben | aus FALTER 24/05 vom 15.06.2005

NEUES LOKAL Das Korso, Inbegriff der etwas schwülstigen Gourmettempeligkeit, spaltete ein Bistro ab, in dem man preiswerte Kleinportionen bekommt.

Ein erster Versuchsballon wurde vom Korso - prestigeträchtiges Flaggschiff der Wiener Spitzengastronomie im Hotel Bristol, abwechselnd Sieger und Opfer im Haubenvergabe-Roulette - schon vor zwei Jahren gestartet: Korso Cabrio hieß das Sommerprojekt und bestand aus einer Art Schanigarten, in dem einem ohne Dresscode Einlass gewährt wurde und wo man Reinhard Gerers Vorspeisen und Amuse-Gueules zu Preisen zwischen vier und sieben Euro bekommen konnte. Wovon man zwar nicht satt wurde, schon klar, was aber doch ein starkes Signal in Richtung Demokratisierung war.

Die Berichterstattung darüber in den Gourmetgazetten und -spalten hielt sich freilich in Grenzen, die Tatsache, dass Gerer voriges Jahr Paolo Piva eine beleuchtete Onyxwand ins Nobelrestaurant einbauen ließ, erregte die Feinschmecker da weit mehr. Dabei war diese Wand eh nur ein Vorgeschmack,

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