STANDPUNKT

Eva Adabei

Politik | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

Damit kein Missverständnis entsteht: Eva Glawischnigg braucht sich wegen ihres bauchnabelfreien Hochzeitsanzuges nicht blöd anreden zu lassen. Ob sie beim Blutspenden ein Sommerkleid mit Ausschnitt anzieht, ist ihre Sache. Auch wenn das Journalisten, die ihre Bauchnabel nie herzeigen würden, zu allerlei glossiertem Unsinn verleitet (siehe dazu Dolm der Woche). Nein, Eva Glawischnig macht einen anderen Fehler, der sich langsam zu rächen beginnt: Sie hat das politische Parkett verlassen und erweckt den Anschein, mit der Adabei-Journaille der sonst von den Grünen zu Recht so scharf kritisierten Krone zu packeln. So was muss man schon sehr gut können, ohne auszurutschen (siehe Fiaker Häupl, der das irgendwie schafft). Glawischnig, die bald Ministerin sein könnte, schafft es nicht. Sie hat mit ihren Auftritten erreicht, dass unsere einfältigen Medien sehr einfältig über ihren Ausschnitt debattieren anstatt über ihre Politik. Auch wenn sie sich nun beklagt und klagt - daran trägt sie Mitschuld. Nicht wegen der Kleiderwahl, sondern wegen ihres wohlüberlegten Schritts auf die Societyseiten. Was hätte sie tun sollen? Privates privat sein lassen. Die angeblich so lästigen Fotografen von der Hochzeit wegschicken (notfalls mit der Polizei) oder sie wegen Eingriffs in ihr Privatleben vor Gericht stellen. Grüne wählt man nicht, weil sie der Krone entgegenkommen, sondern weil sie ihr entgegentreten. F. K.


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