Krieg als Thrill

ROBERT MISIK | Politik | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

GEDENKEN Der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen über das deutsche Holocaust-Mahnmal, den Hitler-Hype im TV, neue Mythen und alten Vergangenheitsbewältigungskitsch. 

In Österreich überschatten die Bundesräte Siegfried Kampl und John Gudenus das Gedenkjahr, anderswo muss man mit subtileren Peinlichkeiten vorlieb nehmen. Dabei werden etwa in Deutschland neue Geschichtsmythen unter die Leute gebracht. Hitler ist auf allen Kanälen, indessen klopft sich das Land auf die Brust: Toll, wie wir unsere Vergangenheit bewältigt haben. Und: Alle waren Opfer. Solche subtilen Abgründe sind das Leibthema von "Kritikerpapst" Diedrich Diederichsen. Der 48-Jährige war in den Achtzigerjahren Zentralgestirn der deutschen Poplinken und führender Kopf der einflussreichen Zeitschrift Spex. Seit den Neunzigerjahren unterrichtet er an diversen Kunsthochschulen. Kommenden Donnerstag tritt er im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wahrer als Wahr - Neue Mythen des Gedenkens" in Wien auf.

Falter: Was sind die

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