FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

Charlie Sheen ist der größte Charlie-Sheen-Darsteller, den ich kenne. Der einstige Filmstar, der in den letzten Jahren mehr mit Koks- und Weibergeschichten auffiel, spielt sich derzeit gleich in zwei amüsanten Serien quasi selbst - und ist dabei grundsympathisch. In "Mein cooler Onkel Charlie" (Pro7, Sa 17.35 Uhr) gibt er den Werbejingleschreiber Charlie, einen postpubertären Frauenhelden in kurzen Hosen mit Traumhaus am Strand, in den Wiederholungen von "Chaos City" (ORF 2, Mi-Fr 0.20 Uhr) spielt er den egomanischen und testosterongebeutelten zweiten Bürgermeister von New York. Beides liederliche Charaktere, die niemand so gern haben wie sich selbst, politisch unkorrekt und angenehm selbstironisch. Mr. Sheen hat nicht nur Witz, sondern auch ein gutes Händchen für Sitcomformate abseits des bigotten US-Familienserienwahnsinns, in denen sich alle immer lieb haben, total verständnisvoll sind und schon das Rauchen eines Joints zum Herzinfarkt des Vaters führt. Charlie Sheen macht vor, wie man im TV mit der Darstellung eigener Schwächen gutes Geld machen kann. Scheiß auf Hollywood.


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