STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

Sommerkino en masse und en detail. Schon vor zwei Wochen machte das Stadtkino Wien mit seinem Kinosommer den Anfang. Auf dem Programm stehen dabei traditionell vor allem Filme aus dem eigenen Verleih, ein Höhepunkt der kommenden Woche: Charles Laughtons einzige Regiearbeit, "The Night of the Hunter", ein gefährlich funkelnder Geniestreich von einem Film noir mit Robert Mitchum als mordlustigem Wanderprediger und der wunderbaren Shelley Winters als bizarr schöner Wasserleiche.

  Nicht nur vom Programm, sondern vor allem von der Location her interessant ist das Kino auf dem Dach der Städtischen Hauptbücherei, das heuer zum zweiten Male von der St. Balbach Art Produktion bespielt wird. "Wasser" lautet das Motto, weshalb sich dieser Tage bevorzugt Seewölfe, Meuterer sowie die Besatzung von John Hustons unverwüstlicher "African Queen" (Humphrey Bogart und Katharine Hepburn) auf dem Dach herumtummeln.

Durchwachsen ist das Filmangebot beim Openair in der Tribüne Krieau, eine Mischung aus Blockbustern und Arthauserfolgen, die einem immerhin Gelegenheit bietet, den ein oder anderen versäumten Film der letzten Kinosaison eventuell doch noch aufzuholen. So diese Woche beispielsweise "Sideways", das kontemplative Golfspielende-Junggesellen-in-der-Midlifecrisis-Drama von Alexander Payne.

  In der Folgewoche brechen dann auch die übrigen Freiluftkinos aus: Am 1. Juli eröffnet im Augarten das Kino unter Sternen (mit dem Rat-Pack-Klassiker "Some Came Running"), am 5. die Arena (mit "Zombie and the Ghost Train" von Mika Kaurismäki) und am 7. das Sommerkino des Filmarchivs Austria im Prater (mit "Die Pratermizzi", der rekonstruierten Fassung einer österreichischen Stummfilmproduktion aus dem Jahr 1926, mit Anny Ondra in der Titelrolle). Da braucht man also nur mehr auf beständiges Wetter zu hoffen.


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