NÜCHTERN BETRACHTET

Von Zähnen und Kränen

Kultur | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

Seit einem Zahnarztbesuch im vergangenen Herbst habe ich jetzt immer Zahnarzt und den Satz "Einen Termin brauchen wir dann noch" deutlich öfter gehört als den Satz "Wirf die Bleischürze weg, ich will ein Kind von dir!". Im fortgeschrittenen Alter muss man damit leben - wie auch mit anderen Verlusten. Etwa dem Verlust von Zähnen. Spätestens ab dem vierten Lebensjahrzehnt hängt das Amalgam wie ein Damoklesschwert über unseren zusehends zahnloser werdenden Häuptern. Das Amalgam schrumpft, wodurch winzig kleine Lücken entstehen, die zwar nicht der Zahnarzt, sehr wohl aber das Kariesbakterium sieht. "Seht mal her - da lang!", ruft es aus und pfeift seine Kumpels herbei, die es sich dann in den Kavernen gemütlich machen, bis es auch der Zahnarzt sieht: "Alles to-tal weich! Das hat keinen Sinn, Herr Nüchtern, der muss raus!" Dann kommt der Zahnbrecher aus St. Pölten und fragt, ob man nervös sei. Es scheint ihn dies zu verwundern. Der Zahnbrecher hat ein Gerät bei sich, das in das


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