Wider die Borniertheit

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 25/05 vom 22.06.2005

CHARITY Der jüdische Wohltätigkeitsverein Ohel Rahel hilft in Notsituationen - und bekämpft zugleich Klischees und böse Vorurteile. 

Die Geschichte dieser Institution reicht zurück bis ins Jahr 1922: Ohel Rachel, ein Verein zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender, unterhielt einst eine Armenküche in der Leopoldstadt, wo bedürftige Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde mit dem Lebensnotwendigsten versorgt wurden. 1938 wurde der Verein von der NS-Diktatur ausgelöscht; die folgenden Jahrzehnte fiel Ohel Rachel dem Vergessen anheim.

  Bis zum Jahr 1998. Renate Erbst, eine ebenso resolute wie imposante Frau, deren Handy sehr oft und sehr laut klingelt, saß damals in der Sozialkommission der Kultusgemeinde. Auf der Tagesordnung stand der Fall einer betagten Dame, die sich in psychologischer Betreuung befand. Sie hatte sich ein Bett um einige Tausend Schilling gekauft. Der Einkauf war nicht mehr rückgängig zu machen, der Händler bestand auf Zahlung, die alles


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