Stunde des Tony Blair

Vorwort | ANTON PELINKA | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

KOMMENTAR Der britische Fürst zieht nun aus, um Europa vor den Fürsten zu retten. 

Dass ausgerechnet Tony Blair nun die EU vor den nationalen Egoismen retten soll, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Waren es doch immer die Briten, die sich geradezu mit Lust als die unsichersten Kantonisten Europas präsentierten - ausgedrückt im robust-populistischen Affekt gegen "Brüssel". Maggie Thatchers "I want my money back" ist ebenso in die Geschichte eingegangen wie die immer wiederkehrenden Fantasien, Großbritannien wäre eher geeignet, der 51. Staat der USA zu werden als Mitglied in einer politischen Union Europas.

  Die auf Blair konzentrierten Erwartungen erklären sich nicht nur aus der Ratspräsidentschaft, die nun den Briten zufällt. Der Vorsitz im Rat verlangt nicht nach Visionären, er verlangt nach Maklern. Nein, dass Blair nun im Mittelpunkt der EU-Reflexionen steht, das ergibt sich daraus, dass er nicht für das - anscheinend - gescheiterte Konzept einer vertieften politischen


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