Wenn der Staat versagt

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

FRAUENRECHTE Monatelang zeigten Fatima, Sahide und Mirjana ihre Ehemänner wegen Morddrohungen an. Die Männer blieben in Freiheit - und brachten ihre Frauen um. Beim Schutz misshandelter Frauen versagt die Justiz trotz modernster Gesetze. Nun droht der Republik eine Verurteilung durch die UNO. 

Sie war selbstständig und modern, sie verdiente ihr Geld als Köchin in Hernals. Er schien liebevoll zu sein, als er um ihre Hand bat. Er stammte auch aus der Türkei. Nachdem sie geheiratet hatten, zwang er sie, ein Kopftuch zu tragen, verbot ihr auszugehen, und als sie die Scheidung wollte, drohte er: "Morgen stirbst du, und es steht in der Zeitung." Da merkte sie, dass er verrückt war.

  Fatima, 43 Jahre, Mutter von drei Kindern, versuchte sich gegen ihren Mann mit den Mitteln des Rechtsstaates zu wehren. Sie ging Dutzende Male zur Polizei. Sie brachte immer dieselbe Klage vor: "Ich habe einen Psychopathen geheiratet. Er will und er wird mich umbringen. Bitte helft mir." Doch der Staat, der


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