Im Namen der Reinheit

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

BESCHNEIDUNG In Österreich leiden 8000 Frauen an den Folgen von Genitalverstümmelung. In ihren Familien spielen sich Dramen ab - und den Töchtern droht oft dasselbe Schicksal. Das soll sich nun ändern. 

Vor einem guten Jahr, in einer Praxis im 15. Bezirk: Eine Patientin aus Ägypten wendet sich "mit einer dringenden Bitte" an ihre Gynäkologin. Diesmal gehe es um ihre beiden Töchter, erklärt die Frau. Die Mädchen seien acht und neun Jahre alt. Dann kommt die Mutter ohne Umschweife zu ihrem Anliegen: Ob denn die Spezialistin die Beschneidung an den Kindern vornehmen könne?

  "Zunächst war ich perplex", erinnert sich die Frauenärztin Schadia Zyadeh-Jinniate, "ich konnte kaum glauben, dass das jetzt und hier in Wien passieren soll." Nach der Schrecksekunde redet sie auf die Ägypterin ein. "In den schillerndsten Farben" schildert die Ärztin, woran die Mädchen bei einem solchen Eingriff ein Leben lang leiden würden: Menstruation, aber auch bloßes Urinieren werden zur Qual, Geschlechtsverkehr


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