OHREN AUF! Vital spektral

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

Das Cikada String Quartet dokumentiert mit "In due tempi" (ECM/Lotus) drei eigenständige, aber für die Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts doch bezeichnende Ansätze, neu an das klassische Genre des Streichquartetts heranzugehen. Dem "mitteleuropäischen Weg" des strengen Nachkriegsserialismus in Bruno Madernas titelgebendem Stück (1955) und der Individuallösung im deterministischen "In Four Parts" (1949) des Amerikaners John Cage steht dabei ein Beispiel für den späteren "dritten Weg" der Musique Spectrale voran: "Nymphéa" (1987) von Kaija Saariaho.

Die 1952 in Helsinki geborene Komponistin ist eine der wichtigsten Vertreterinnen dieser in den Siebzigern am Pariser Ircam entstandenen Richtung, die mit computergestützter Obertonanalyse und Klangsynthese arbeitet, die Farbigkeit der Musik betont und so eine außergewöhnliche Sinnlichkeit erreicht. Ein bisschen esoterisch kann das typische Glissandieren im mikrotonalen Bereich schon wirken, und das gilt auch für Saariahos

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