Smells like Räucherstäbchen

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

KUNST Die Biennale von Venedig ist dieses Jahr wohltuend leise, keine wackelige Politdoku stört die Kontemplation. Dennoch ist natürlich auch diese Venedig-Biennale schlechter als die letzte. 

Ein einheimischer Geschäftsmann stößt eine Mutter, die ihren kleinen Sohn im Arm hält, zur Seite und brüllt: "Lasst mich durch, ich muss zur Arbeit! Ich halt das nicht mehr aus. Jeden Tag dasselbe." Der deutsche Vater reckt auf dem zum Vaporetto führenden Steg die Faust: "Halt's Maul!" Willkommen in Venedig.

  Wie auf Kommando beginnen die Saalwärter, die Arme schwingend, durch den Raum zu tanzen und im spontanen Singsang zu exklamieren: "Oh, it's so contemporary, cont-em-po-ra-ryyyy! ... Tino Sehgal." Willkommen auf der Biennale von Venedig, im deutschen Pavillon.

  Sehgal ist einer von zwei Künstlern, die Deutschland auf der Biennale vertreten. Die amüsante Laienperformance, die den Besucher beim Betreten des Pavillons überrascht, ist sein Beitrag; deren Fama ist längst in die Kunstwelt


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