ASTRID PROLL IM INTERVIEW

"Faszination des Verbotenen"

Steiermark Kultur | aus FALTER 26/05 vom 29.06.2005

Astrid Proll, 58, zählte mit Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof zum engsten Gründungskern der Roten Armee Fraktion (RAF). Sie wurde nach einem Jahr im Untergrund 1971 als eine der ersten RAF-Terroristen verhaftet. 1974 auf freien Fuß gesetzt, floh sie nach London. 1978 wurde sie wieder festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert, kam aber kurz darauf frei. Heute arbeitet sie als Bildredakteurin für Zeitungen und unterrichtet an Kunsthochschulen. Ihr Fotoband "Hans und Grete. Bilder der RAF 1967-1977" erschien im Berliner Aufbau-Verlag.

Falter: RAF-Bücher gehen wie die warmen Semmeln, RAF-Sujets werden von der Werbung aufgegriffen, die RAF-Ausstellung erlebte in Berlin einen regelrechten Hype. Kommt die RAF dort an, wo Che Guevara schon ist?

Astrid Proll: Ich werde oft nach der heutigen Faszination für der RAF gefragt - die gibt es zweifelsohne. In jedem Fall hat das mit dem Vormarsch des Bildes in der Medienwelt zu tun. Die Jungen nehmen das, was die RAF war - sie


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